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User-Reviews zu “Underground Luxury” von B.o.B
Killthat187
Als erstes: B.o.B bietet auf diesem Album weder Pop-Brei von 2010 noch seine komischen Genremischungen von 2012 an, und wer ein Comeback des alten B.o.B erwartet, kann auch ziemlich lange warten. Das Album ist eines der besten Storytelling-Rap-Alben 2013 und bei der hammermäßigen Produktion kann auch ein Jay Z oder Kanye West neidisch werden. Hier ein kurzes und knappes Review zu einigen Songs:

Es geht los mit der Promo-Single "All I Want" mit einem stark verzerrten und intonierten Intro ("I want bitches, I want cars, I don't give a fuck, I want it all! That's why the fuck we here for!"), welches schon das Thema des ansonsten soliden Songs verrät. Daraufhin folgen "One Day" und "Paper Route", die den Anfang perfekt vollenden. "Paper Route" ist eher gesellschaftskritisch, "One Day" wird aus der Perspektive des alten B.o.B gerappt, der von dem träumt, was er jetzt ist/hat, über einen Beat, der sehr an "Old School Love" von Lupe Fiasco erinnert, von DJ Frank E. "Ready" hab ich schon bei dem "Ohrwürmer"-Thread gepostet und den Song beschrieben, mehr spar ich mir.

Wer auf Stripclub-Songs steht, ist mit dem fünften Song "Throwback" featuring Chris Brown sehr gut bedient. Die beiden rappen über einen großartigen Beat mit einem geloopten 4-Takte-Vocalsample, welches den Song erst großartig macht. Ist lyrisch auf keinen Fall oberklasse, aber frech genug ist diese Single allemal, und nur Bad-Boys können sowas auch in vollen Zügen genießen ;-)

Ab Track 10 geht der eher energische Teil von "Underground Luxury" los: Die Leadsingle "HeadBand" ist ein Kandidat für die beste Produktion von DJ Mustard, der hier Pfeifklänge und Kickdrums, die so stark sind, dass sie fast den ganzen Song komprimieren, zu einem einprägsamen Beat auf 98 BPM zusammenbastelt. B.o.B rappt mit einer fast schon ignoranten Stimme, während 2 Chainz zwar aggressiver, aber nicht weniger arrogant rappt. Genießt die Bad-Boy-Atmosphäre inklusive sehr hotten Lyrics. HeadBand ist eine rotzfreche Twerking- und Stripclubhymne und jederzeit sommerhittauglich!

"John Doe" geht wieder in Richtung Gesellschaftskritik und behandelt Drogen- und besonders Alkoholabhängigkeit und hat eine sehr traurige Atmosphäre, die sich in der Klaviermelodie und den verwendeten Effekten wiederspiegelt. Die Hook kommt von Priscilla Renea, die ihr ganzes Talent im Tonumfang unterbringt. B.o.Bs Raptechnik ist deutlich besser als bei einigen vorherigen Songs wie "Back Me Up" oder "Wide Open".

Einer meiner persönlichen Favoriten ist "Cranberry Moon Walk", nicht wegen der (nicht vorhandenen) Lyrik, sondern einfach wegen dem Beat und der gut gesungenen Hook. Wer den Inhalt wissen will, sollte hier auf RapGenius irgendwas von Lil Wayne suchen, den Beat um B.o.Bs Gitarren und den wilden Synthesizern sollte man nicht verpasst haben. Man sollte "Cranberry Moon Walk" die Chance lassen, sich zum Geheimfavoriten zu mausern.

Der letzte und 15. Track ist "We Still In This Bitch" featuring T.I. und Juicy J, alle drei bringen ihre Verse förmlich um und brillieren mit genialen Wortspielen und Punchlines, sei es B.o.B ("Got all these pounds of ganja, I work out, I'm doing kush-ups"), T.I. ("You want trouble, I got plenty, how you want it, full or semi?") oder Juicy J ("I got your boo in my boo-gatti, she 'bout to swallow my babies"). Der Beat ist reich an Kick- und Bassdrums und Bässen und spart an der Melodie, heißt: angenehmer Ohrwurmsound. Produktion stammt von Mike WiLL Made It, der das Lied zu einem Clubsong macht, der an Arroganz nicht mehr zu überbieten ist.

Insgesamt ein gutes und harmonisches Genießeralbum für Leute, die auch mal auf die hunderste Reimsilbe kacken können, mit einer Menge Storytelling à la "good kid, m.A.A.d. city", aber auch richtig guten, arroganten Songs. Positiv sind außerdem der Ohrwurmfaktor, die Beatauswahl, die Abstimmung der Tracklist und, dass das Album nie langweilig wird und man es überall hören kann. Natürlich nicht perfekt, aber die oben genannten Gründe sind schlagkräftig und machen das Album für mich zu einem besseren als beispielsweise "Magna Carta Holy Grail" oder "Based On a T.R.U. Story II: #MeTime".

Anspieltipps: Paper Route, Ready, Throwback, HeadBand, Cranberry Moon Walk, We Still In This Bitch

Rating:

9,5/10

matza
Wie auf B.o.B.s Vorgängeralben leicht verdauliche Pop-Rapmusik garniert mt ein paar ignoranteren Nummern auf netten, basslastigen teils selbst produzierten Beats und auffälligen Features, aber teilweise fragwürdigen und widersprüchlichen Texten. Von “all i want is money” zu “nobody told me money don’t make you rich” zu “girls on the pole yeah they make me rich” ohne erkennbare Struktur und dazu oft unfreiwillig komisch beim Versuch anzugeben:
"Smack on that ass like I know that ho
Wutchu lookin at? Girl you know me, ho it’s me
It’s me, so bust it open for me
This everything that you dreamed of
I’m finna put that ass to sleep"

"I shine bright, I’ll give your girl a slight tan
I make that pussy whistle like the Old Spice man"

"I be the ‘6’, you be the ‘9'
That’s the only time you’ll be less than a dime"

bzw. bei solchen Totalausfällen:

"My girl broke up with me cause she walked in suddenly
With a woman up under me
I told her “Wait!
It ain’t what it look like!
I must’ve slip and fell, clumsy me!”."

Daher ganz klar einer meiner Favoriten des Jahres 2013, auch wenn es mir aufgrund der Abwesenheit der Produzenten Ryan Tedder und Dr. Luke nicht ganz so gut gefällt wie Strange Clouds.